Wie war das denn damals so…. ???

Rob Smith

Ich habe heute einmal ein wenig recherchiert. Jaja, ich hab erst den ganzen Tag meine Butze renoviert und neu gemalert… nachdem ich ja letzte Woche meine Deko-Artikel gezeigt habe… Nun ist alles frisch gestrichen, neu dekoriert und gesäubert und ich habe noch das eine oder andere CD Schätzchen in meiner Sammlung gefunden… Nun sitze ich in meinem auberginefarbenen Wohnzimmer, mit neuer weißer Decke und noch Farbe in meinem Haar und tippsel euch mal was über die Anfänge der Gothicbewegung.

Wie ich angefangen habe, weiß ich noch: ich war schwer beeindruckt von dem Sisters Video „This Corrosion“ und verliebte mich auch gleichzeitig in die Mucke und Optik von Alice Cooper. Yeah, der Style war toll… ich hatte einen weißen Zylinder mit roten Blutsprengseln und bevorzugte schwarze Kleidung.

Da ich schon immer etwas moppeliger war, als die superschlanken Elfen (haha, Modepüppchen trifft es eher, wenn ich an die Hühner zurückdenke… eine sah wie die andere aus, einfach LAAAAANGWEILIG!!!), gefiel mir das praktische „Schwarz“ sehr gut. Aber ich hab damals auch noch Farbe getragen, so isses nicht.

Was „Gothic“ so richtig mit Style angeht… nun, das kam erst später, nach meinem „Hexen-Outing“. Da wollte ich mich dann auch nicht mehr in dem Einheitsbrei der „Stinos“ einfinden, ich mußte beruflich nicht mehr „bunt“ tragen (ja, in der Apotheke trägt man selten schwarze Kittel) und ich konnte anfangen und anziehen, was ich wollte und meine Haare färben, wie es mir gefiel. Und es gefiel… Blau war mein Pony und dann später hatte ich immer rote Strähnen… Feuerwehrrot oder neudeutsch: „Porsche-Orange“.

So, nun aber mal zu den Anfängen der Gothic-Szene…
Die dunklen Anfangsjahre (1981 – 1989)
In den frühen 80er Jahren entstand die Gothic-Kultur europaweit als musik-kulturelle Jugendszene. Bis heute ist jedoch nicht klar, ob die Szene von England aus entstand, oder ob sich in anderen europäischen Ländern gleichzeitig Parallelszenen bildeten. Gruppen, wie The Cure oder Siouxsie and the Banshees tourten 1980/81 durch Deutschland und konnten so viele Fans gewinnen. Auch Joy Division gaben und Köln und Berlin Konzerte und waren hier schnell bekannt. Allerdings war England als Reiseziel bezüglich Musik und Mode ein Orientierungspunkt.
In Deutschland entwickelten sich kleinere, regionale Gruppierungen, die im Punk- und New Wave– Bereich verwurzelt waren, aber kaum Kontakt hielten. In den Großstädten standen sich viele Jugendcliquen eher feindlich gesinnt gegenüber.SAMSUNG

1982, so sagt man, entwickelte sich einer der frühesten Ansätze der Gothic-Szene und pflegte einen intensiven Austausch mit London. Gothics der gesamten BDR trafen sich am Bahnhof Zoo oder auf dem Breitscheidplatz, in der Zeit die angesagteste Disco der Szene war das „Trash“ in Kreuzberg oder das „Linientreu“. In Österreich wurde das U4 in Wien ein zentraler Szenetreffpunkt.

Und dann fingen die Jugendlichen an, sich in schwarze Kleidung zu hüllen, die Haare schwarz zu färben und nach oben zu stylen. Sie blickten finster und „schlichen“ durch die Großstädte. (Auf den Dörfern taten sie das auch… doch nahm es nicht so wahr, oder?). Das war die Geburtsstunde der „Gruftis“, später oder woanders nannten sie sich „Gothics“.

Es war modisch, Gothic zu sein. Bands wie: Bauhaus, The Cure, UK Decay, Specimen, The Southern Death Cult oder The Danse Society wandelten ihren Stil oder trennten sich bald wieder. In England flaute es dann wieder ab, die „Modegothics“ wandten sich anderem zu. Dagegen konnte in Deutschland, Frankreich und in den Niederlanden der Gothic Fuß fassen. Spanien und Italien hatten auch nur eine sehr kurzlebige Bewegung, die erst wieder in den 90er Jahren einen Aufschwung erfuhr.

In den USA splittete sich die Szene auf, in den Küstenstädten wie LA, NY oder Philadelphia gab es „gothicspezifische Infrastrukturen“, in Regionen wie Boston, Detroit und Chicago verlagerte es sich zu Post-Industrial, Electro-Industrial, Disco, House und Techno. LA avancierte zum Zentrum des Death-Rock. Kanada bildete sich mit Gebieten um Toronto, Montreal und Québec zu kulturellen Kernregionen.

Die Frisuren und Kleidungsstile waren damals stark an das Erscheinungsbild der Punk- und New-Wave-Bewegung angelehnt oder wurden von den musikalischen Leitfiguren (Robert Smith, Rozz Williams, Siouxsie Sioux, Peter Murphy) übernommen. Sie sind bis heute Idole der Gothic-Kultur und dienten hierbei als Vorbild.

Aber auch damals drückte man sein Lebensgefühl über den Kleidungsstil aus. Gebiete, die überwiegend durch Industrie geprägt war, war die Optik punklastiger, in Gegenden, die historisch bedeutsam waren, pflegte Goth einen eher davon inspirierten Stil. Im Süddeutschen Raum entstanden Kleidungsstile, die sich an der Romantik oder dem Barock orientierten. Sie deutet man heute als Einfluß zu dem englischen New-Romantic-Style.

Aber auch Horror und B-Movies (The Munsters, The Hunger, Nosferatu…) inspirierten die Gothics. „Bravo“ begann Mitte der 80er sich für das Phänomen zu interessieren. 1986 veröffentlichten sie einen Bericht: „Die Gothics lieben Grüfte“ (ich erinnere mich an die Berichte… vorne immer wie böse Gothics sind und hinten dann im „Mädchen“ oder „BravoGirl“ dann die Anleitung für Kartenlegen oder Oujia-Brett benutzen… jaja :) ).bravo cover 1986

Ab 1987 wirkten Gruppen wie The Sisters of Mercy, The Cure oder Fields of the Nephilim dem Verfall entgegen.
Zu jener Zeit entwickelten sich Discos wie das „Zwischenfall“ in Bochum-Langendreer, das „Abby“ in Meßkirch, das „Ohm“ in Mannheim, das „Cräsh“ in Freiburg oder das „Madhouse“ in Berlin zu wichtigen Szenetreffpunkten in Deutschland.
Ich wünsche euch eine schöne Woche, am Sonntag geht es dann weiter mit nächsten Etappe.
Liebe Grüße, eure Luna ^v^

 


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    Wohnt ihr noch, oder lebt ihr schon?

    SAMSUNG

    Wie seid ihr denn so eingerichtet? Gelsenkirchener Barock (was meiner Meinung nach heute umgetauft werden muß, denn Eiche rustikal hat heute – glaube ich – überhaupt keiner mehr in seinem Wohnzimmer stehen) oder seid ihr gruftig eingerichtet? So richtig mit Sarg und Spinnenweben? Und schwarzer Tapete – wahlweise burgunderrot oder violett – und entsprechend düster? Oh, ich erinnere mich mit Grauen an diese eine Tauschmutti vor geschlagenen 12 Jahren, die im Eifer des Gefechtes im Tauschhaushalt der Familie ein „fröhliches Ambiente alla Tine Wittler bescheren wollte. Sie riß die dunklen Stores von den Fenstern und knallte (ich glaube, sie war gelb) eine Tischdecke auf den Küchentisch.

    Natürlich wollte Gothic-Mum dann der guten Frau den Allerwertesten aufreißen nach dieser Aktion. Mann, was war die sauer. Ich verstehe das soooo gut. Das ist auch der Grund, warum ich (nebst tief traumatisierten Kindern) nie bei so was mitmachen würde. Ich hätte viel zu viel Angst, daß ich dann als Klischee-Gothic dargestellt werde und von Klischee-Stino-Mum dann meine Wohnung umsortiert bekomme.

    Meine Hexenbücher dann als „böse schwarzmagische“ Literatur entsorgt wird und meine niedlichen kleinen Dekoartikel dann gepflegt vom Regisseur vernichtet werden. Und ich komme heim, war lieb und nett in der anderen Familie und stehe dann vor den Trümmern ;).SAMSUNG

    Ich kenne aber jetzt auch die tolle Dekoration von unseren Sylvestertreffen und freue mich jedes Jahr über die tollen Sachen, die „unsere Leute“ verwenden. Mir fällt ein, ich möchte immer noch den kleinen Kerl in seinem Käfig, der jedes Jahr an der Decke aufgehängt wird… aber leider vergißt den der Besitzer nicht. Hmmmmm…..

    Da der Wohnraum oft als Wohlfühl- und Rückzugsort genutzt wird, spielt bei vielen Gothics die Gestaltung eine wesentliche Rolle. In den Anfängen des Gothiczeitalters, in den 1980er Jahren war es bei vielen üblich, die Wände und Zimmerdecken mit meist schwarz gefärbten Stoffen und Tüchern auszuschmücken. Accessoires wie Rosenkränze, Kreuze (gerne auch provokativ umgekehrt aufgehängt), Plastikrosen oder Grabschärpen schmücken zusätzlich die Räume. Auch die Zimmereinrichtung bestand häufig aus schwarzen Möbeln und friedhofstypischen Gegenständen wie Kerzenleuchtern, Grableuchten oder Totenschädeln.

    SAMSUNGNachdem sich die Gothic-Szene im Verlauf der 1990er Jahre aus dem Status als Jugendkultur herauslöste (wir werden ja auch älter ;) ), verschwanden diese – inzwischen größtenteils als klischeehaft geltenden – Formen der Wohnraumgestaltung allmählich wieder und wurden durch weniger „makabere“ Gestaltungsformen abgelöst. Nachdem auch Möbel nach unserem Geschmack angeboten werden, etwa im Stil des Viktorianischen Zeitalters (z.B. bei SteamPunks, VampirGothics, RomanticGothics), des Historismus oder der Gründerzeit oder auch in einem zeitgemäßen, schlichten und neutral gefärbten Jugendzimmerstil.

    Dekorationen in Teilen aus der Batcave-Kultur sind Gestaltungselemente der 1980er Jahre, wie: zerrissene Textilien, Spinnennetze (ich sag dazu ja Ökotraumfänger ;) ), Schädel oder Fledermaus-Attrappen als ironische Anspielungen erhalten geblieben.

    Aber sind wir sonst in diesem neuen Schick eingerichtet? Weiße glatte, kantige Möbel? Oder habt ihr auch neben den kleinen Deko-Teilchen noch ein schönes gruftiges Schlafzimmer, mit schwarzem Himmelbett alla „Tanz der Vampire“? Habt ihr Fledermäuse von der Decke hängen, wie Stino-Hardcore-Deko-Bastler die Schmetterlingsschwärme über die Wände ziehen lassen? Sind eure Bilder grafisch (die finde ich gräßlich!!! Ausgesucht, daß sie farblich mit der Tapete harmonieren, aber null Verbindung zu den dort lebenden Menschen haben) oder die Klischee Bilder von Victoria Frances? Den röhrenden Hirschen der Gothic-Szene (ihr wißt schon, die Fantasy Bilder die alla Royo aussehen, aber nicht von ihm stammen…)?

     

    SAMSUNGSAMSUNG

     

     

    Also, richtet euch ein, wie es euch gefällt, warum immer einer Norm entsprechen? Nur weil die „Nachbarn“ sonst was denken könnten? Beruhigt euch, Nachbarn denken meistens nicht weiter, wie bis zu ihrer Haustüre ;) . Macht euch eine Wohlfühloase, schmeißt den IKEA Schick raus, wenn er euch nicht glücklich macht und fragt euch: Wohnt ihr noch, oder lebt ihr schon?

    In diesem Sinne, eine schöne Woche,
    eure Luna ^v^

     

     

    Die Bilder zeigen eine Auswahl meiner Dekoration in meiner Wohnung. Sie sind über Jahre gesammelt und teilweise an skurrilen Orten (wie kik oder T€di) gefunden wurden.


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    Die düstere Kunst des HR Giger

    Wer ein Faible für dunkle Ästhetik hat, kommt an einem Künstler nicht vorbei: Hansruedi Giger. Im Mai letzten Jahres hat der Schweizer im Alter von 74 Jahren das Zeitliche gesegnet – ein herber Verlust für seine vielen Anhänger und die Welt der surrealistischen Künste. Seine Bilder, Skulpturen und Möbelstücke werden wohl auf ewig unvergessen bleiben. Gigers Kunstwerke sind individuell, fantastisch, atmosphärisch und geheimnisvoll. Sie ziehen den Betrachter in ihren Bann und entführen ihn in eine fremde Welt – eine Welt aus ebenso mystischen wie futuristischen Wesen und expliziten, teils pornografischen Darstellungen. Gigers Kunst ist provokant und kritisch. Sie regt zum Nachdenken und Hinterfragen an und greift gesellschaftliche Themen, wie Religion oder unseren technischen Fortschritt, auf. Sie ist von wahnsinniger Ausdruckskraft und finsterer Schönheit. Ich finde sie wunderbar.

    Birth MachineGigers Werke begeistern mich schon viele Jahre. Ich erinnere mich, dass ich die Wände des Schlafzimmers meiner ersten eigenen Wohnung mit Bildern aus einem Giger-Kalender schmückte. Das war immerhin vor etwa 13 Jahren und da verehrte ich Giger bereits eine ganze Weile. Damit war und bin ich eine von Vielen – Gigers Kunst konnte große Erfolge verbuchen, was doch irgendwie erstaunlich ist, da sie weit davon entfernt ist, den Mainstream-Geschmack zu bedienen. Verantwortlich dafür sind sicherlich die “Alien”-Figuren und der im Jahr 1980 für diese Arbeit verliehene Oscar. Diese Kooperation mit Ridley Scott rückte Giger schon früh in den Fokus der Öffentlichkeit, sodass die Kunst des Schweizers ein breiteres Publikum erhielt. Insbesondere in der Metal-, aber auch in der Schwarzen Szene ist die Anhängerschaft verständlicherweise groß. So zierten seine Motive die Cover verschiedener Alben, etwa von Danzig, Celtic Frost und Debbie Harry. Für Korn-Sänger Jonathan Davis kreierte Giger zudem einen extravaganten Mikrofonständer.

    H. R. GigerAlle seine Kunstwerke, seien es Airbrush-Gemälde, plastische Gebilde oder Möbel, zeichnet der spezielle Stil aus, der so unverkennbar ist. Ein Giger-Kunstwerk ist auf den ersten Blick eindeutig als solches erkennbar. So viel Individualität verdient Bewunderung, wie ich finde. Giger hat etwas erschaffen, was so noch nicht existierte, er hat seinen persönlichen, unverwechselbaren Kunststil entwickelt. Dieser ist obskur und manchmal verstörend. Zentrales Element sind die Biomechanoide – Geschöpfe mit gleichermaßen menschlichen und mechanischen Zügen. Allgemein geht es um Geburt, Tod, Krieg und die Zukunft der Menschheit. Wiederkehrende Motive sind satanistische Symbole in seinen früheren Arbeiten, weibliche wie männliche Geschlechtsorgane, insbesondere Phallen, Schusswaffen sowie allerlei fantastische Wesen. Giger war ein Meister im Erschaffen fremder Kreaturen und Welten, die den Betrachter gleichzeitig verängstigen und fesseln, abstoßen und anziehen.

    Nicht nur in meinen Augen war er ein wahres Genie, dessen vielschichtige Kunst ich immer zu schätzen wissen werde. Wer sich die Werke aus der Nähe ansehen möchte, sollte das Giger-Museum in Gruyère besuchen. Ich war leider noch nicht da (obwohl ich kürzlich an dem Ort vorbei gefahren bin, ohne zu wissen, dass sich das Museum ausgerechnet dort befindet…hmpf!), möchte das aber unbedingt in naher Zukunft nachholen, um für ein paar Stunden voll und ganz in das Giger-Universum einzutauchen.


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    Eine Büttenrede

    Konfetti

    Wollt ihr se rei’lasse?

    Hmmm tata Hmmmm tata japp daddel dapp dirapp rapp rapp…

    Ich grüße euch ihr lieben Leut’,
    zur Fasnachts – Ausgab’ des Blogges heut’.
    Wollt eigentlich euch diesmal berichten,
    die alten Faschings – Geschichten.
    Gar wunderliches erfuhr ich bei der Recherche,
    gibt’s das hier schon seit vielen Jahren, des Gelersche…

    Hummm Taaaa Humm Taaaaa…

    Schon im Mittelalter feierte man (net kirchlich), aber mit Freude,
    Das Narrenfeste wild in der Zeit von 12 bis 16. Jhd, ihr Leute.
    Sie feierten es um den Epiphaniastag,
    Die Kleriker hatten da einen Schlag,
    die Niederen rissen die Macht an sich,
    parodierten und zeigten, sie hatten einen Stich.10951122_797359670301645_2062925007_n

    Hummm Taaaa Humm Taaaaa…

    Die „heidnisch’ Feyerey“ und „Vermomben, verstuppen und vermachen“,
    waren im 17. Jahrhundert so beliebt, daß alle es machen.
    Der Kölner Stadtrat tat’s verbieten wolle,
    Des hätt’ er heute mal versuchen solle.
    Diese Leut tät’s heute nimmer stören,
    Am Aschermittwoch wird’s eh aufhören.

    Hummm Taaaa Humm Taaaaa…

    Weit verbreitet ist die Sitte, die klerikale Obrigkeit zu karikieren,
    heut macht man des in der Politik, und will die dort parodieren.
    Man reißt seine Sprüche, baut Figuren auf,
    Schmeißt sich in ein Kostüm, so ist es Brauch.
    Im 18. Jahrhundert toben Nonnen im weltlichen Kostüm herum,
    vermutlich nannten sie’s Weiberfastnacht, sei es drum.

    Hummm Taaaa Humm Taaaaa…

    Seit 1815 preußisch, die Straßenfastnacht war fast tot,
    und niemand konnte sehen rot,
    nutzt man das zur Umorganisation und mit „Festordnende Comites“
    zur Kritik an der Obrigkeit – soviel zu Klischees.
    Im Ausland hat’s nur Mardi Gras und Basler Fastnacht,
    So können wir sagen: wer hat’s erfunden und ausgedacht?

    Hummm Taaaa Humm Taaaaa…

    Die Namen des Fasching’s – Fastnacht – Karneval’s
    kommt aus dem lateinischen, wie fast all’s.
    Ist eine Ableitung von CARNE LEVARE (Fleisch wegnehmen),
    Man hört, mir an, ich tu mich jetzt schon sehnen,
    oder CARNE VALE (Fleisch Leb’ wohl!) so wird’s wohl sein.
    Kam die Kirch’ danach und führte die fleischlos’ Fastenzeit ein.Pennywise

    Hummm Taaaa Humm Taaaaa…

    Der zeitlich’ Ablauf ist fast überall ähnlich,
    ich erklär’s euch, seid’s mal gnädig!
    einigte man sich auf den 11.11 um 11.11 Uhr,
    das Datum und die Zeit, so glaubt ihr es mir nur:
    da vor Weihnacht’ eine 40 tägig Fastenzeit sein muß.
    So wurde gefeiert und gegessen, damit dann pünktlich war Schluß.

    Hummm Taaaa Humm Taaaaa…

    Beginnt’s im November, so rast es bis zum Rosenmontag,
    (Daher der Name „Rosen“) auf den Höhepunkt mit Paukenschlag.
    Es gibt Umzüge allen Orts – vom „Gaudiwurm“ in Bayern,
    zum Rheinländisch „Zoch“ tut man jetzt feiern.
    Schlag Mitternacht zum Aschermittwoch, du brauchst net fragen,
    Eine Puppe brennt, der „Hoppeditz“ wird zu Grabe getragen.

    Hummm Taaaa Humm Taaaaa…

    Fehlt nur noch das Datum dieses Festes,
    glaubt mir, ich geb jetzt hier noch mal mein Bestes.
    Berechnet wird die Lage des Aschermittwochs allein,
    er muß 46 Tage vor dem Ostersonntag sein.
    So ist es frühestens ab 4. Februar der Fasching fort
    und spätestens am 10. März nicht mehr an diesem Ort.

    Hummm Taaaa Humm Taaaaa…

    Und so ende ich heute hier mit meiner Red’
    Es ist heute auch schon wieder spät,
    Bevor ich geh feiern und tanzen und so,
    Sende ein närrisches Helau, Alaaf und Narri – Narro
    Ich wünsch euch eine gute Zeit,
    Und keine Kopfschmerzen und sonstig’ Leid.
    Eure Luna ^v^

    PS: Was hat das mit Gothic zu tun? Eigentlich nichts, aber es ist Fasching, ich finde Clowns gruselig und da dachte ich, wir machen mal was absolut ungotisches. Nächste Woche wieder „normales“ Programm. LG. ;)

     

    Bild “Hexe” made by Adrian Morkota, “Pennywise” ist aus dem Film “Es” von Stephen King und “Konfetti” by Luna.


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    Merkwürdige Anzeigen Teil 2

    SAMSUNGIch hatte schon mal über Anzeigen berichtet. Damals waren es Kontaktanzeigen, die mir ins Auge gefallen waren und über die ich nachgrübeln konnte. Gerne noch einmal hier nachlesen ;)

    Nun habe ich (im Zuge eines Buchprojektes) mal meine alten Zeitschriften durchgesehen. Okay, es ist nicht eine Stino-ich-will-alles-über-Möchtegern-Star-XY-wissen-Klatschblatt, sondern ernsthafte „Fachliteratur“. Nun gut, den Anspruch habe ich nicht, daß ich dieses Blättchen als „Fachliteratur“ bezeichnen möchte. Es möchte den normalen „Ich hab mal ein Glas auf mein Scrabble Spiel gestellt und denke es ist OUIJA“ Leser weismachen, daß man Ahnung von der Materie hat.

    Es geht also um ein Blättchen, das mir etwas übers Kartenlegen und Pendeln erzählen will und nebenbei hat es dann „russisch Olga weissagt dir Zukunft“ mit einer (noch damals aktuellen 0190er Nummer) im Innenteil. Ihr sehr also, welche Qualität das Blatt hat. Aber es geht auch nicht darum, wie gut mir „Chefastrologin Katharina“ die Kipperkarten erklärt, sondern um die Kleinanzeigen am Ende.

    Ich stieß also in dem Heftchen auf diese Anzeige:SAMSUNG

    Nun habe ich mich gefragt: Wer bestellt das? Sind das alles frustrierte Seelen, die mal eben dem bösen Nachbarn eines auswischen wollen, in dem sie ein Püppchen (das ja praktisch mit Anleitung und Nadeln geliefert wird – zum Glück alle 23 benötigten Teile!!!) mit den Materialien bearbeiten und dann dafür sorgen, daß der böse Nachbar, Exmann oder Chef mal ordentlich eines karmisch über die Birne bekommen?

    Oder dient das als (relativ gesehen) kostspieliges Faschingskostüm für diverse Horrormottoparties? Immerhin sind da ja auch eine echte Voodoo-Master-Kette, Räuchermittel und Pergamente dabei (will aber lieber nicht nachdenken, was für ein Tier seine Haut dafür lassen musste… oooooder will man uns implizieren, es handele sich dabei um menschliche Haut??? Na, die Veganer wird es freuen, kein Tier ließ sein Leben… Idee und Memo an mich: einen veganen Voodookoffer entwickeln und meistbietend verhökern… Meiner Treu, ich werde damit reich werden… Kunstblut, vegane „Haut“pergamente und die Püppchen aus biologisch kontrolliertem Anbau der Baumwolle…

    Oder möchte man damit wirklich seinen Exgeliebten wieder zurücklocken? Wenn man vielleicht ein Blutopfer erbringt, das nötige Huhn muß man dann selbst kaufen oder jagen… am besten nimmt man die Chick, die sich den geliebten Exlover gekrallt hat und rupft der die Federn…

    Leute, wenn man bei einer Sache hinschreiben MUSS, dass es WEISSE Magie ist, macht euch das nicht stutzig? Vor allem, wenn man als uneingeweihter in das Hoodoo bzw. Voodoo, glaubt, dies seien böse Magien? Und dann soll man für diesen Preis das Set bestellen und dann mal eben ohne Ahnung von Kräften, Karma und dem ganzen allgemeinen Drumherum ein Ritual basteln, einem Gott ein Opfer bringen, den man nicht kennt (der aber afrikanisch-europäisch ist)?SAMSUNG

    Glaubt ihr das? Ich hoffe doch nicht. Und wißt ihr, wie albern man damit dann aussieht? Ich meine, ich habe das Set nicht bestellt und ich kenne auch deren Qualität der Bestandteile nicht, aber ich habe nicht nur ein Buch über Chaosmagie, Hoodoo / Voodoo gelesen, sondern viele… aber ich muß mir wirklich ein Lachen verbeißen beim Lesen dieser Anzeige.

    Das Traurige an der Sache ist, dass Lieschen Müller und eventuell Heinz Kunz das glauben und ausprobieren werden. Allein in unserer Szene (und damit meine ich jetzt nicht nur die Gothics, sondern auch die Hexen und Heiden) fragen so viele an, ob man ihnen nicht mal eben „helfen“ könne und einen Fluch oder eine Partnerrückführung machen könne. Klar, man kann. Es wird auch funktionieren.

    Hab ich selber auch schon versucht, aber nicht um eine bestimmte Person an mich zu ketten, sondern um eine bestimmte Situation aufrecht zu erhalten. Und habe mich selbst dabei belogen. Die Situation war ungeklärter denn je und ich wurde immer unglücklicher. Da braucht man dann nicht mal mehr einen Beziehungszombie, der nur bleibt, weil er nicht gehen darf.

    Und wenn es nicht klappt (weil es vielleicht karmisch nicht vorgesehen ist), dann war die Ware mangelhaft… das Ritual Murks oder irgendjemand anderes hat Schuld. O M G. Hauptsache, dann mal viel Geld verblasen. Leute, macht damit lieber einen kleinen Urlaub (und wenn es nur ein Tag in der Wellness-Oase ist), tankt eure Seele auf und macht dann mit eurem Leben weiter.

    Das hat bessere Erfolge auf die Mitmenschen, als so ein „Möchtegernvoodoo“. Wenn es nachhaltiger sein soll, dann eine neue Klamotte dafür kaufen und wenn es doch Magie sein soll, dann kauft euch ein Buch darüber und investiert den Rest in die wirklich benötigten Zutaten (und die kosten weitaus weniger zusammen).

    So, nun wünsche ich viel Erfolg und eine wahnsinnig tolle Woche,

    eure Luna ^v^


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    In Extremo Bandporträt

    Dieses Jahr feiern In Extremo ihr 20-jähriges Bestehen. Grund genug, die Mittelalter-Rocker einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Ganz sicher bin ich mir zwar nicht, aber ich glaube, ich habe die Band das erste Mal 1999 live gesehen. Seitdem immer mal wieder, oft auf Festivals und zuletzt im vergangenen Jahr. Die Konzerte sind über die Jahre immer größer geworden.

    Es ist schon beachtlich, welche riesigen Erfolge die Herren feiern. Ein Ende scheint nicht in Sicht und auch des Tourens werden sie scheinbar nicht überdrüssig. So sind sie ständig auf Festivals zu sehen und spielen sich auf ihren Dudelsäcken und altertümlichen Instrumenten, wie Schalmei oder Drehleier, durch die Klubs. Ihre Zuhörerschaft rekrutiert sich dabei aus ganz unterschiedlichen Ecken: Rock- und Metalfans sind dort ebenso zugegen wie Punks und Anhänger der Schwarzen Szene.

    Dass die Band auch kommerziell überaus erfolgreich ist, kommt natürlich nicht bei jedem gut an. In der Tat sind In Extremo mit der Zeit im Mainstream angelangt, wie Videoclips und Auftritte im TV oder die Teilnahme an Stefan Raabs Bundesvision Song Contest bewiesen haben. An der Musik ändert das nicht wirklich etwas – die Berliner sind ihrem Stil und ihrem Konzept nach wie vor treu.

    In Extremo war eine der ersten Bands, die mittelalterliche Klänge konsequent mit verzerrten Gitarren und anderen Rockelementen paarten. Sicher, die Einzigen sind sie da bei Weitem nicht, da gibt es zum Beispiel Subway to Sally, Schandmaul und Saltatio Mortis. Aber In Extremo waren recht früh dabei und vereinten beinahe von Beginn an mittelalterliche Musik mit Rockklängen in gleichgewichtigen Anteilen.

    In Extremo band

    Wie könnte es anders sein – die Band trat in den Neunzigern zunächst auf Mittelaltermärkten auf. In den ganz frühen Anfängen handelte es sich noch um eine reine Akustik-Combo. Damals schon dabei war Sänger Michael R. Rhein, der sich Das letzte Einhorn nennt und mit seiner unverwechselbaren Stimme den In-Extremo-Sound maßgeblich prägt. Diese charismatischen rauen Gesang mag ich sehr – ich finde, er passt perfekt zur Musik.

    Weitere Mitglieder, die seit der Bandgründung dazugehören, sind Flex der Biegsame und Dr. Pymonte. Bis 1998 waren In Extremo musikalisch in zwei Teile gespalten – mittelalterliche und harte Klänge fanden erst auf dem dritten Album “Weckt die Toten” endgültig zusammen. Zu der Zeit bedienten sich die Jungs noch größtenteils an historischem Liedgut und hatten wenig eigene Texte und Kompositionen im Programm. Seit Ende der Neunziger ging es stetig nach oben. Das Folgealbum “Verehrt und angespien” stieg sogar in die deutschen Charts ein, wie auch sämtliche folgenden Werke. Diese beiden ersten “richtigen” In-Extremo-Alben mag ich persönlich bis heute am meisten.

    Was ist es denn nun eigentlich, das den Spielmännern so viel Anerkennung, sowohl in Deutschland als auch international, verschafft? Vielleicht die Tatsache, dass In Extremo mehr sind als sieben Kerle, die gemeinsam musizieren. Sie können als Gesamtkunstwerk bezeichnet werden. Ihre Bühnenoutfits und die, teilweise eigenhändig gebauten, mittelalterlichen Instrumente sind ebenso Teil des Ganzen wie spektakuläre pyrotechnische Showelemente. Ohne derartige Effekte kommt kein In-Extremo-Auftritt aus. Beim Feuerspucken gehen die Bandmitglieder selbst zu Werke und Flex der Biegsame macht seinem Namen mit Akrobatikeinlagen alle Ehre. Es ist die besondere, kraftvolle Atmosphäre, die In Extremo kreieren und die live am besten rüber kommt. Mich fasziniert das jedenfalls nach wie vor.

    Wenn Das letzte Einhorn die Merseburger Zaubersprüche in Althochdeutsch oder das mittelhochdeutsche Palästinalied von Walther von der Vogelweide zum Besten gibt, bekomme bestimmt nicht nur ich eine Gänsehaut. Auch Hits wie “Ai Vis Lo Lop” “Vollmond”, “Küss mich” oder “Erdbeermund” erzeugen eine großartige Live-Stimmung. In Extremo sind authentisch und begeistern ihre Fans immer wieder aufs Neue. Zuletzt mit ihrem aktuellen Album “Kunstraub”, das 2013 erschien.

    Unter dem Motto “20 wahre Jahre” wird am 4. und 5. September 2015 ein großes Jubiläumsfestival auf der Freilichtbühne Loreley stattfinden. Mit dabei sind unter anderem die Mittelalter-Kollegen von Schandmaul sowie Orphaned Land aus Israel (sehr ungewöhnliche, interessante Band!), Eisbrecher und Eluveitie. Bei dem Line-up und der Kulisse wird das sicher ein Erlebnis der besonderen Art.


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    Geschichte und Entwicklung der Gothic – Szene

    Eine Szene – Ein Name 

    Die Gothic – Szene wird im Allgemeinen als eine ästhetisch orientierte Subkultur bezeichnet, deren Mitglieder als friedliebend, aber auch als unnahbar und andersartig in der Gesellschaft stehen. Sie ist eine retrospektive Kultur mit einer enorm großen und weit gefächerten Bandbreite an modischen Formen.
    Im Zentrum der schwarzen Szene stehen neben der Farbe Schwarz das Ästhetik-Bewusstsein und die vermeintliche Individualität.
    „Stilistische Einheit aus Musik, Körperinszenierung (Kleiderstil) und Lebensart“,
    wodurch zentrale Überzeugungen, Einstellungen und Werte der Szene in ästhetischer Weise zum Ausdruck gebracht werden.
    Es gibt 7 wiederkehrende Themen die den Stiel der Szene prägen und die unterschiedlichen Strömungen miteinander verbinden:

    • Mystik
    • Tod
    • Religion
    • Romantik
    • Philosophie
    • Kunst
    • Körpergefühl.

    Die so genannte Gothic – Szene entstand Mitte / Ende der 1980’er Jahre aus der Post Punk / New Wave Bewegung. Der Drang dazu anders zu sein, aufzufallen, sich von der Gesellschaft abzuheben, beflügelte viele jungen Menschen schon immer. Angefangen in den 1970’er Jahren mit der Punk Bewegung bis hin zur heutigen Gothic –Szene und ein Ende der Entwicklung ist noch lange nicht abzusehen.

    Einen großen Einfluss auf die Entstehung nahmen hierbei die Literatur und Film (Gothic Fiction), deren Thematik das Erscheinungsbild deutlich prägte. Aber auch die Musik, Faszination am Tod und der Vergänglichkeit hatten und haben immer noch einen großen Einfluss an der Entwicklung der Szene.
    Die Bezeichnung Gothic (in diesem Sinne düster und schaurig) hat nichts, wie man eigentlich vermuten kann, mit den Goten und erst recht nichts mit der Gotik-Epoche zu tun, sondern stammt grundsätzlich von einem in England Anfang der 1980’er Jahre entstandenen Musikstiel, der aufgrund seines dunklen und dumpfen Klanges und seiner verwendeten Themen als „schaurig“ empfunden wurde.
    Im deutschen Sprachraum wurden Bezeichnungen wie Gruftie, Schwarze und Waver benutzt, da sich Gothic in den 1980’er Jahren als Genrebegriff nicht durch setzte. Erst mit dem Beginn des neuen Jahrtausends bekam der Begriff Gothic großen Zuspruch und gewann immer mehr an Beliebtheit und übernahm schließlich die führende Bezeichnung der Bewegung.
    Mitte der 1980’er Jahre findet sich eine Erwähnung in deutschen Musikzeitschriften in Form eines Stammbaumes, der die Entwicklung aus dem Punk und Post – Punk Umfeld auf ironische Weise in dieser Form darstellt: hager, bleich geschminkt, schwarz gekleidet, mit einer Vorliebe für okkulte Dinge“.


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