Die wunderbare Rückkehr der Sonne – Weihnachten der Heiden

24122011151

Heute ist die längste Nacht im Jahreskreis. Freut euch, ab morgen kommt die Sonne wieder jeden Tag ein wenig früher und geht etwas später. So richtig sehen und fühlen kann man es erst an Imbolc, aber das macht nichts. Wir wissen es, dank der modernen Wissenschaft, Astronomie und so weiter.

Die Menschen früher wußten es nicht, und da sie alles den Göttern zuschrieben, was in dem menschlichen Leben geschieht – bei Gutem waren die Götter wohlwollend, man lebte anscheinend so, wie sie es wollen; bei Schlechtem war man selbst Schuld und lebte anscheinend ein böses gottloses Leben. Dabei waren die Götter aber auch nicht in einer Person vereint und wie zum Beispiel die griechischen oder römischen Gottheiten auch selbst den Launen in ihrem Dasein ausgesetzt.

So eine Art „Dallas“ oder „Denver-Clan“ für die älteren Gothics unter euch, für die jüngeren die Doku-Soaps und RTL-Serien. Homer füllte ganze Bücher mit den Geschichten der abenteuerlichen Reisen des Odysseus oder man erzählte sich die Geschichten des Halbgottes Herkules. Wenn Euch langweilig ist, „zwischen den Jahren“ (den Rauhnächten), dann lest doch mal ein wenig.

Heute ist also Wintersonnwende und dann beginnen am 25. Dezember die Rauhnächte. In dieser Zeit reist Frau Holle, Percht oder auch Perchta genannt (im südgermanischen Glauben auch Wotan, im nordgermanischen Odin) mit ihrer wilden Horde über das Land. Jeder Tag der 12 Rauhnächte wird einem anderen Monat zugeordnet und um es simpel auszudrücken: die Verstorbenen des Jahres werden „eingesammelt“ und in das Totenreich gebracht.

Deshalb blieb man zu Hause, wenn die eiskalten Winterstürme über das Land zogen, wusch in der Zeit keine Wäsche (die auf den Wäscheleinen aufgehängt dann vielleicht Perchta im Weg sein könnte und sie einfing), gab eine Opfergabe für die Horde und erzählte sich Geschichten und Märchen. Auch die Träume in jenen Nächten waren wichtig, sagten die doch dann Sachen und Ereignisse für das kommende Jahr voraus. Ihr könnt ja mal ein Traumtagebuch führen, schreibt auf, was ihr gesehen habt und wann und lest es in den Rauhnächten 2015 wieder durch. Ist es eingetroffen?

In der heutigen Nacht werde ich an einem Wintersonnwend-Ritual teilnehmen. Wir werden uns von dem Licht verabschieden, bevor es dann symbolisch mit den Herdfeuern ausgelöscht wird. Die Frauen, seit je her die Hüterinnen jenes wichtigen Feuers, übernehmen das. Am Ritualplatz wird dann ein Feuer entzündet werden, mit einer Laterne wird es dann zurück in das Haus getragen und der Herd wieder neu entzündet.

Das Licht wird wiedergeboren, der Sohn der Göttin kehrt auf die Erde zurück. (Sic! Kommt euch bekannt vor??) Nun werden wir unser Festmahl aufwärmen, traditionell eine orangefarbene Suppe, damit wir an das warme Sonnenlicht erinnert werden und dazu gibt es eine Geschichte. Ein Märchen, das uns die Hoffnung auf die Wiederkehr des Lichtes gibt. (Ihr erinnert euch… die Götter sollten wohlwollend gestimmt werden, sonst könnte es ja sein, daß die Sonne für immer verlischt.) Und das Märchen über die wilden Geister und der schaurigen Frau Percht in den Rauhnächten kann auch wie alle Märchen zu brutal sein und nicht unbedingt für Kinderohren bestimmt sein, aber glaubt mir, sie kommen damit besser zurecht, als ihr denkt. Und es ist auch wichtig, daß Kinder erfahren, daß die Welt aus Licht und Dunkel, Gut und Böse, Geburt und Tod besteht.

Und dann wird gegessen und gefeiert. Die herrlichsten Speisen werden aufgetischt und die Opfergabe wird auch nicht vergessen. Man lacht und freut sich, und wir werden auch Geschenke austauschen. Das hat etwas mit der Freude zu tun, auch damit, daß man den anderen wertschätzt. Man gibt sich Mühe, das passende zu finden und demjenigen eine Freude zu bereiten.

Über Rituale und deren Sinn in der Rauhnachtzeit werde ich euch dann das nächste Mal berichten.

Ich wünsche euch nun eine freudige Wintersonnwende und eine besinnliche Rauhnachtzeit,
eure Luna ^v^


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    Ja oder Nein… was soll es denn sein?

    SAMSUNG
    Das Jahr geht weiter voran und jemand hat sich die Mühe gemacht und einen Bruch installiert. Jepp, das alte Jahr hört auf und ein neues beginnt. Man denkt sich eine Grenze, die eigentlich nicht vorhanden ist, denn das Leben ist ein Kreis. Das Jahr ist ein Kreis. Alle Abläufe wiederholen sich in einem bestimmten Rhythmus. Obwohl… ein Kreis ist es eigentlich nicht, aber „Spirale“ klingt selten dämlich in dem Zusammenhang. Es ist eine Spirale, denn obwohl sich Abläufe wiederholen, ähneln sie sich nur und werden nicht exakt wiederholt. Ich denke, so könnte man es sagen.

    Ich habe einen Bekannten, der würde mir vielleicht etwas mehr dazu erklären können, etwas mehr zu parallelen Welten, Zeitsprüngen und Abläufen, aber das ist alles sehr kompliziert. Zum einen, es zu erfassen und verstehen und zum anderen, die Worte zu finden und dann anderen mitzuteilen.

    Beschränke ich mich also mehr auf den Jahreswechsel. Irgendwann erfand ein Mensch Sylvester. Also, nicht den Namen, sondern die Tatsache, daß man an dem Punkt das alte hinter sich läßt und das Jahr eine Ziffer weiterrutscht. Yay… das Y2K, der nie statt fand. Als man dachte, die Maschinen und Computer übernehmen Terminator-Gleich die Weltherrschaft und das böse Mastercontrollprogramm aus Tron schwappt in unsere Welt. Und wir hauen mit Keulen aufeinander ein, damit die letzten Brote verteilt werden.

    Ist nicht passiert. Da haben wir noch mal Glück gehabt.

    Aber um uns abzusichern, damit wir wissen, was uns im kommenden Jahr erwartet, machen wir Orakelspiele. Wir benutzen Bleiklümpchen, die wir nach dem Aufschmelzen in Wasser gießen und dann ins Licht halten und deuten deren Schattenwurf. Die entstandenen Schatten zeigen dann Tendenzen, was passieren wird.

    Zurzeit kursieren wieder viele Suchbilder mit Wörtern… die ersten drei, die man findet, geben einen Hinweis, was im Jahr 2015 passiert. Okay, ich hatte „Rechencon, Hoffnung und Partner“. Ich gehe mal davon aus, daß ich auf einer Rechencon die Hoffnung habe, einen Partner zu finden. Tjoa… was ist eine Rechencon? Ich werde da wohl noch googeln müssen oder ich lege mir mal die Karten…

    Und damit bin ich neben dem Pendeln und Kristallkugel schauen bei einem der beliebtesten Orakel. Dem Tarotkarten legen (oder wahlweise Kipper oder Zigeunerkarten). Alle basieren auf dem Prinzip, daß man Symbole bestimmten Ereignissen zuordnet und die dann in eine bestimmte Reihenfolge bringt. Welches System da das erste war, weiß ich nicht. Aber ich vermute mal, die Runen oder Knochen oder Steine waren die ersten Systeme in der Menschheitsgeschichte. Tarot ist ja schon ein sehr detailreiches und genaues Orakel.

    Also, ich lege im neuen Jahr gerne das „Keltische Kreuz“, denn man braucht keine bestimmte Frage im Kopf haben. Man sollte sowieso nicht ein Orakel als alleinige Entscheidung nehmen oder sich davon abhängig machen. Viele sind von diesen Wahrsagerhotlines abhängig und hinterfragen dort jede Entscheidung. Gefährlich. Tut es nicht.

    Aber ihr könnt es als Tendenz nehmen. Und das geht notfalls auch mit einer Münze. Bei einer Ja oder Nein Frage, die Münze werfen. Aber dann schaut, was das Ergebnis mit euch macht. Ja. Das meine ich ernst. Denn wenn ihr enttäuscht seid, daß das Orakel euch zu etwas anderem rät, dann habt ihr innerlich doch schon lange eine Entscheidung getroffen gehabt… ebenso, wenn ihr euch begeistert auf die Schulter klopft und sagt: „Ja, ich wußte es, daß es die richtige Wahl ist.

    Und auch die Tarotkarten… um wieder darauf zurückzukommen, sind nur ein Mittel. Die Wahrsagerin sieht nicht in den Karten die Zukunft, sondern beobachtet die Reaktion des Fragestellenden. Was ist die Thematik? Der Fragestellende sucht sich selbst welcher Bereich da für ihn wichtig ist. Man kann es auch falsch interpretieren und so kommen dann scheinbar „falsche“ Ergebnisse heraus.

    Ich habe auch einmal ein fürchterliches Kartenbild gehabt und alles auf meinen Arbeitgeber bezogen. Daß es mein Privatleben betraf, merkte ich erst hinterher. Deswegen schreibt euch alles in der Legung auf und lest sie ab und an mal durch. Vielleicht klärt sich hinterher einiges auf und man blickt erstaunt darauf: Es stand ja schon da!

    Und da die Tarotkarten eigentlich die Geschichte des Lebens erzählen und dann auch wieder einen Kreis bilden, der immer wieder von neuem beginnt, ist dieses Orakelspiel eines derjenigen, das am liebsten gewählt wird. Und damit schließt sich auch wieder der Kreis für mich… das Jahr ist ein Kreis, das Orakel ist ein Kreis und alles, was war, kehrt wieder. Nicht ganz rund, nicht exakt gleich, aber so, daß wir es wieder erkennen können.

    Beschäftigt euch mit dem Jahreskreis ein wenig, genau jetzt, wo es sich dem Ende für dieses Jahr neigt, eine schöne Woche,

     

    eure Luna ^v^

     

    Das Foto zeigt die “Favole” Tarotkarten von Victoria Frances, von Naipes Heraclio Fournier, S.A.


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    Glänzend groß und kugelrund…

    Vollmond 2014

    Aruuuuuuuuuuuuhhhhhhhhhh

    Ein Werwolf! Ein röchelnder Zombie? Oder doch ein glitzernder Vampir? Was diese tollen Helden meiner Kindheit heutzutage alles aushalten müssen. Ich hatte ja schon mal erwähnt, dass ich eine Vampirfetischistin bin und durch den Roman „Dracula“ von Bram Stoker für das Genre angefixt wurde. Ich grinse immer noch, dass ich in der 6. Klasse keinerlei Gruselgeschichten gemocht habe und mich sogar bei einer Klassenarbeit erfolgreich geweigert habe, eine zu schreiben. (Wobei, Geister mag ich heute noch nicht und Werwölfe finde ich eher langweilig und Zombies… naja. Ich brauch keine „Walking D(e)ads“, um glücklich zu sein.)

    Ich habe dann von einem Hasenbaby geschrieben, das einen Ausflug in den Wald macht, dort ein komisches Geräusch hört und so schnell es kann zu seiner Mama zurückhoppelt. Hat mir immerhin eine 2 eingebracht. Übrigens das einzige Mal in meinem Leben in der Mittelstufe, in der ich in Deutsch keine 5 kassiert habe. Ich kann nicht interpretieren und deute auch net herum, wann welchem Autor im Nachkrieg welcher Furz quersaß, dass er so und so von was berichtet.

    Zumal ich Kriege im wahren Leben, noch in der Literatur, noch in Filmen mag. Vielleicht mag ich deswegen keine Zombie-Apokalypsen? Wer weiß. (Hihi… im Moment sehe ich grade eine Serie, da stecken sie Singles für das erste Date in Horrormasken und dann sollen die Pärchen sich finden… okay, was Zombie, Killer und Troll unter der Maske verstecken ist fast egal, ich würd den süßesten Kerl MIT Make-Up nehmen… *grins* und das darf dann nicht abgenommen werden…)

    Aber ich schweife mit den Monstern und Zombies wieder einmal ab. Vollmond hatte ich ja erwähnt. Und da ich ja heute ein wenig über Rituale schreiben wollte und gestern der Mond schön voll und rund am Himmel stand, passt das doch, oder?

    Wir haben hier um die Ecke eine Gruppe, die sich mit den alten Ritualen beschäftigt. Dabei kommt es weniger darauf an, zu sortieren, ob jemand keltisch, germanisch oder neu modern „Wicca“, „Schamane“ oder sonst was ist und praktiziert. Ich persönlich finde das nicht so wichtig, zu definieren oder zu verurteilen, wenn es eher das eine oder das andere ist. Fakt ist, wir haben das alles nicht selbst erlebt, die einzelnen „Fraktionen“ übernehmen Riten und Kulte und da alles mündlich übertragen wurde, ist es schwer, genau zu sortieren, wer wann was zuerst gemacht hat. Aber ich verspreche, dass ich euch noch die einzelnen Kulte vorstellen werden, okay?

    Dieses Vollmondfest soll einfach den Einklang mit der Natur repräsentieren. Man soll ein wenig meditieren, zu sich selbst finden, abschalten „vom Alltag“ und etwas mit da hin nehmen. Wir haben uns in einer Scheune getroffen, jeder bringt etwas für das gemeinsame Büffet mit und dann wird zu einem Platz gefahren. Auf einer Obstwiese wurde für das Ritual ein bestimmter Apfelbaum ausgeguckt und dort versammelt sich die Gruppe im Kreis. Jeder wird mit Salbei abgeräuchert, dann kann jeder, der die Räuchermuschel in den Händen hält (sie wird im Kreis herumgereicht) stumm oder auch gerne laut, seinen Dank für den letzten Mond (=Monat) zum Ausdruck bringen. In der zweiten Runde der Räuchermuschel darf man sich etwas für den nächsten Mond wünschen. Abschließend wünschen sich alle Teilnehmer gegenseitig eine schöne Mondzeit. Und dann wird ein Lied gesungen und ein wenig getanzt, bevor es zur Scheune zum Festmahl zurückgeht.

    Ich habe die 2 bis 3 Stunden dort immer genossen und viel Kraft für den Alltag mitgenommen. Auch das Besinnen auf sich macht den Kopf frei, man wankt weniger wie ein Zombie durch die Gegend. So gesehen, bringt diese „Gebetszeit“ in jeder Religion etwas Ruhe in den Alltag, entschleunigt und klärt die Gedanken.

    Genießt die Zeit, meditiert jeden Monat und nutzt auch diese Zeit, mit lieben Menschen zu verbringen. Dazu braucht es kein Weihnachten oder so, einfach nur Gleichgesinnte.

    Einen schönen Vollmond (yeah, Vampire und Zombies wetzt die Krallen und Reißzähne) wünscht euch eure
    Luna ^v^ (was übrigens „Mond“ bedeutet…)


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    Bekannte und beliebte Gothic- und Fantasy-Autoren

    Natürlich hat sowohl Fantasy als auch Gothic eine besondere Faszination auf den Menschen. Immerhin kann man in diesem Bereich in fremde Welten abtauchen, Abenteuer erleben und unglaublich Geschichten erfahren. In den anderen Genres ist dies bedingt möglich. Deswegen ist es kein Wunder, dass Fantasy und Gothic heute einen solchen Höhenflug haben.

    Natürlich kann man in den Buchladen seines Vertrauens und im Sortiment stöbern. Jedoch gibt es auf beiden Gebieten Autoren/innen, die für ihre einmaligen Geschichten bekannt und geschätzt werden. Gerade der Bereich der Schauerliteratur hat im England des 18. Jahrhunderts seinen Höhepunkt erreicht. Aus dieser Zeit stammen einmalige Werke von talentierten Schriftstellern, die heute genossen werden sollten. Berühmte Autoren aus dieser Zeit sind Clara Reeve, Wiliam Beckford oder James Hogg. Nach dem 18. Jahrhundert sind Gothicromane wieder in Vergessenheit geraten, bis sie Anfang des 20. Jahrhunderts wiederentdeckt worden sind. Die bekanntesten Autoren dieser Zeit sind Edgar Allan Poe und Wilkie Collins. Sie haben die Elemente von Thriller, Krimi und Gothic vereint. Die moderne Horrorliteratur kann auf Vertreter wie Howard Phillips Lovecraft oder Stephen King zurückgreifen.

    Allerdings begeistert nicht nur Gothicromane, sondern auch Fantasy. Einer der erfolgreichsten Bücherreihen der modernen Welt ist “Ein Lied von Eis und Feuer”. Bei vielen sind die Bücher eher unter den Namen “Game of Thrones” bekannt. Sie wurde von George R.R. Martin geschrieben, welcher bisher 10 Bände des gigantischen und spannenden Saga und Könige, Drachen und Kriege veröffentlichte. Weitere Bände sind in Zukunft geplant. Die Bücherreihe punktet vor allem durch ihre interessante Erzählweise. Jedes Kapital wird aus dem Blickpunkt einer anderen Person erzählt. Somit gibt es unterschiedliche Handlungsstränge, die verfolgt werden. Die Spannung steigt in jedem Kapitel und sie sind niemals zu lange gehalten. Gleichermaßen ist es das Spiel zwischen Verrat, Liebe und Gier, die die Bücher interessant machen. Kein Charakter ist in der Buchreihe sicher, unwichtig ob es sich um den Protagonisten handelt. Ebenso wurde eine erfolgreiche Fernsehserie zum “Game of Thrones” produziert, die alle Rekorde bricht.

    Weitere bekannte Fantasyautoren sind John R.R. Tolkien mit seiner imposanten “Der Herr der Ringe”-Saga, ebenso wie Joanne K. Rowling mit “Harry Potter”. Selbstverständlich gibt es noch viele weitere Autoren/innen aus den Bereichen Fantasy und Gothic. Hierbei müssen es nicht immer bekannte Namen sein, denn auch unbekannte Werke haben ihren besonderen Reiz. Wichtig ist, dass man beim Lesen Spaß hat und sich in die Welt einfinden kann.


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    Authentisches Mittelalter erleben

    Das Mittelalter war eine harte und schwere Zeit. Dennoch ist sie für die heutige Gesellschaft interessant und beeindruckend, da die Gepflogenheiten, das Verhalten und viele weitere Aspekte sich stark von dem heutigen Leben unterscheiden. Deswegen ist es kein Wunder, dass Living History ein wichtiges Thema ist. Bei Living History handelt es sich um ein Reenactment des Mittelalters. Das bedeutet, verschiedene Bräuche, Feste und Veranstaltungen werden authentisch vom Mittelalter übernommen und heute aufgeführt. Wichtig ist, dass die Teilnehmer sich passend kleiden, um beim Reenactment mitzumachen. Nur so kann ein Event entstehen, wie es damals im Mittelalter war.

    In der Schweiz ist die “Company of Saynt George” eine wichtige Gruppe für das Reenactment des Mittelalters. Teilnehmer sind Enthusiasten, die sich dem militärische und zivilen Alltagsleben einer burgundischen Artillerie-Einheit des 15. Jahrhunderts angenommen haben. In den Reihen der Gruppe gibt es bewaffnete Schützen, Handwerker und ihre Familien sowie lebendige Darstellungen von alltäglichen Arbeiten. Gleichermaßen wurde die Ausrüstung nach sorgfältig recherchierten und detaillierten Vorbildern aus dem Mittelalter gefertigt. Durch das erworbene Fachwissen und die hohen Qualitätsansprüche an die Gruppe und Ausrüstung ist das Team der “Company of Saynt George” mehr als zwanzig Jahre für Museen und verschiedene Institutionen in ganz Europa tätig.

    Bei den Veranstaltungen soll die “lebendige Geschichte” vermittelt werden. Deswegen werden historische Schlachten nachgestellt, wobei lokale Gegebenheiten und Anliegen berücksichtigt werden. Hierbei wird das Hobby der Living History nicht nur als solches angesehen, sondern die Mitglieder geben sich Mühe und haben einen professionellen historischen Hintergrund zu bieten. Die bekanntesten Veranstaltungen, wobei die Company of Saynt George mitmachen sind das Renaissance Festival, im Museum zum Allerheiligen in der Schweiz oder in der Lenzburg.

    Selbstverständlich veranstaltet nicht nur die Company of Saynt George Mittelalterfestivals, sondern in ganz Europa gibt es zahlreiche Truppen, die sich mit dieser besonderen Zeit befassen. Bekannt ist das Fest auf der Ronneburg in Hessen. Tausende von Besucher kommen jedes Jahr, wenn zum Herbst- oder Weihnachtsmarkt gerufen wird. Gleichermaßen punktet der mittelalterliche Handwerkermarkt in Stein am Rhein, welcher viele interessante Waren innerhalb der alten Mauern der ehemaligen Benediktinerabtei des Klosters St. Georgen präsentiert. Beliebt und bekannt ist der Mittelaltermarkt in Luzern. Jedes Jahr wird auf dem Obergütsch ein großes Fest rund um das Mittelalter veranstaltet. Es gibt Töpferinnen, Drechsler, es werden Fibel geschmiedet und auch für das leibliche Wohl wird gesorgt, ebenso wie für Musik. Somit gibt es in der Schweiz, Deutschland und Österreich eine bunte Auswahl an Mittelalterfesten, die es sich zu besuchen lohnt.


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    Es brennt ein Licht in Deinem Fenster…

    hexe

    Heute beginnt die „heiße“ Phase, die gefühlt schon ein halbes Jahr dauert. In den diversen Gruppen im Internet dekorieren die Damen wie die Bekloppten seit dem Oktober schon ihre Wohnungen weihnachtlich. Dieses Jahr zeichnet sich ein großer Trend zu Wattepad-Kränzen (ich nehm die Dinger nur zum Reinigen meines Gesichtes) und Kaminen (keine Ahnung, wo die aufgebaut werden in den Mini-Wohnungen und Häuschen, die man heutzutage hat – 90 qm auf drei Etagen… aber ein Eigenheim – naja, die Flatscreens von TV, die Tablets und Smartphones nehmen ja kaum Platz in einer Wohnung weg) und Papierröllchenbäume ab.
    Das wird dann gepostet und kommentiert und man fragt um Rat und Dekotips von den Mitstreiterinnen. Merkwürdig, keiner hat bisher an diesem Dekokamin neben dem Papierweihnachtsbaum einen Wattepadkranz getackert… Aber, Kreativität finde ich toll und da sehe ich so vieles, Schneemänner aus Plastikbechern, Weinkelche, die zu Adventskränzen weihnachtlich umfunktioniert werden und und und….

    Die anderen Gruppen stellen seit dem Sommer ihre Weihnachtswunschlisten für Familien zusammen, jeder wird mit Büchern bedacht, man plant und organisiert. Wieder andere Gruppen posten dann sarkastische und witzige Sprüche, um gegen oder für Weihnachten zu wettern. Finde ich alles großartig. Erstaunlich halt nur, dass es gefühlt jedes Jahr früher losgeht. Kann mich aber auch irren. Warum muss ich Wochen vorher dekorieren, damit es am 1. Advent perfekt ist? Warum muss ein Buchcover besonders hübsch zu Weihnachten sein, damit man es kauft (mir kommt es auf den Text an, nicht auf die Verpackung…)?

    Alles so Fragen, die die Welt nicht wissen will, die ihren Sinn machen und sich mir nicht erschließen… Da halte ich mich an meinen eigenen Kalender und meinen Rhythmus. Und für mich zählt der Jahreskreiskalender.

    Jahreskreis. Hmmm… was meine ich damit? Ich hatte schon einmal zu der Sommersonnwende ein Ritual beschrieben. Sommersonnwende und Wintersonnwende sind zwei der 8 Jahreskreisfeste, die ich feiere. Dazu kommen dann auch noch 13 Vollmondfeste, wer mag, natürlich auch noch 13 Neumond/Schwarzmondfeste. So gesehen, feiert Hex‘ das ganze Jahr immer irgendein Fest, denn es kommen ja auch noch Übergangsriten – zum Beispiel von der Jungfrau „Tochter“ bei ihrer ersten Menarche (schlagt es nach, Leute!) zur Frau… oder von der Frau zur Mutter usw. (entsprechend auch für Männer), Namensgebungsfesten, Segnungen, Handfastings und so weiter.

    Zählt man dann die hier üblichen Feste dazu, die in deutschen Landen gefeiert werden: Ostern, Karneval, Weihnachten… bis hin zu den inzwischen eingebürgerten Festen unserer zugewanderten Mitbürgern (Zuckerfest, Farbenfest…) könnte man täglich feiern.
    Da jetzt die Rauhnächte und das Wintersonnwendfest anstehen, werde ich heute als erstes darüber schreiben. Die Wintersonnwende ist das Fest, mit der längsten Nacht, die Nacht, an der das Licht wiedergeboren wird. Seit dem Sommersonnwendfest, dem längsten Tag, zeigte sich die Sonne immer kürzer am Tag, bis sie eben am 21. Dezember am allerkürzesten da ist. Um den Polarkreis taucht sie in dieser Nacht gar nicht auf. Die Menschen hatten Angst, dass sie nicht wiederkehrt und als sie dann am 22. Dezember auftauchte, feierte man sie. Traditionell wurden dann die Herde von den Frauen (den Hüterinnen des Feuers) erst gelöscht und dann in der Nacht, in der die Sonne wiederkam, neu entzündet.

    Dieses Ritual habe ich selbst auch schon einmal in einer Scheune des Malers Hermann Haindl mitgemacht und bin bis heute davon berührt. Wir machten ein Ritual, schweigend in einen Garten gehen, dort das Ritual machen, schweigend zur Scheune zurück und dann dort mit Karottencremesuppe, den Ofen neu angezündet und eine Geschichte erzählt bekommen, wie die kleine Spinne die Sonne stahl und zur Welt zurückbrachte. In der heimeligen Wärme, mit warmer sonnenfarbiger Suppe im Bauch und lieben Menschen, die einfach nur gemeinsam ein wenig Gutes in die Welt bringen wollen und vielen, vielen Kerzen…

    So wünsche ich euch heute auch ein wenig Licht in diese Welt, denkt daran, jeden Tag kommt sie noch etwas weniger, deswegen müssen wir ein wenig mehr anmachen… lasst euch nicht stressen, denn genau das soll die Adventszeit eben nicht. Der Mensch soll zur Ruhe kommen und sie finden.

    Ganz warme Grüße heute
    Eure Luna ^v^

    Das Bild in dem Beitrag stammt von Axel Schmidt aus Essen. Ich finde es wunderschön :) .


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    Weihnachten beim Gothic Shop Second Roses

    Weihnachten 2014


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